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Hilfestellungen sexuelle Übergriffe

Liebe Studierende,

im Umfeld des Roten Vektor Physik, der Basisgruppe der Studienvertretung Physik, haben wir von einem sexuellen Übergriff erfahren. Wir verurteilen diese Tat aufs Schärfste. Die betroffene Person hat uns dies mit dem Auftrag mitgeteilt, einen Umgang nach eigenem Ermessen zu finden, es sollen aber keine Personen oder Details publik gemacht werden. Vor dem Hintergrund unserer tiefen Betroffenheit ist der vorliegende offene Brief entstanden:

Wir wollen nicht stillschweigen, wenn Menschen, die uns nahestehen, andere Menschen psychisch oder physisch verletzen. Gleichzeitig wollen wir diesen Vorfall nicht auf jene Art und Weise skandalisieren, die vom gesamtgesellschaftliche Problem ablenkt. Im Gegenteil möchten wir genau auf diese Alltäglichkeit aufmerksam machen.

In unserer Gesellschaft gibt es strukturelle, patriarchale Gewalt gegen Frauen*. Diese gehört auf allen Ebenen wahrgenommen, benannt und bekämpft. Patriarchale Gewalt kann überall auftreten und jede*n treffen.

Es schmerzt uns sehr, dass auch unsere politische und feministische Gruppe hier keine Ausnahme darstellt.

Wir arbeiten gerade als Gruppe daran, diesen Vorfall auf unserer Ebene aufzuarbeiten und versuchen, daraus für die Zukunft zu lernen. Für uns ist es wichtig, nicht zu schweigen und patriarchale, strukturelle Gewalt nicht einfach hinzunehmen. Wenn derartige Dinge passieren, gehören sie benannt, veröffentlicht, es muss aktiv Stellung dazu bezogen werden und es muss ein Vorgehen und Regulatorien geben, damit passende Konsequenzen für Beteiligte gefunden werden.

Unabhängig von diesem Vorfall haben wir gemeinsam mit der Studienvertretung Doktorat Naturwissenschaften in den letzten Monaten an einem Projekt gearbeitet, um das Schweigen zu solchen Vorfällen und Diskriminierungen im Allgemeinen zu brechen. Aus dem Projekt ist das Anonymous Reporting Tool hervorgegangen, das auf der Webseite art.nawi.at zu finden ist. Dort und in diesem Post weiter unten findet ihr eine Sammlung von hilfreichen Ressourcen und Anlaufstellen, an die ihr euch wenden könnt, wenn ihr Hilfe benötigt. Auf der Seite werden darüberhinaus verschiedene diskriminierende Aktionen künstlerisch aufbereitet und dadurch sichtbar gemacht.

Lasst uns gemeinsam und solidarisch patriarchaler und struktureller Gewalt entgegentreten! Schaut auf euch, schaut auf eure Freund*innen, schaut auf alle Menschen die euch zufällig über den Weg laufen.

Euer Roter Vektor Physik

*Und gender Minorities

 

Liste von hilfreichen Telefonnummern & Links:

social psychiatric emergency call Tel 01-31330

psychosocial information Tel 01-4000/53060
https://psd-wien.at/

social emergency call Vienna Tel 01-533 77 77
https://sozialinfo.wien.at/

crime victims emergency call Tel 0800-112 112
https://www.opfer-notruf.at/

women helpline against male violence Tel 0800-222555
http://www.frauenhelpline.at/

mens crisis hotline Tel 0800 400 777
https://www.maenner.at/

Weisser Ring, Verbrechensopferhilfe Tel 0800 112 112
https://www.weisser-ring.at/

Zum Tagesthema

Begonnen als Kampftag für das Frauenstimmrecht, hat der 8.März mittlerweile seinen ursprünglich radikalen Charakter weitgehend verloren.
Postfeministen ruhen sich auf dem Gedanken aus, dass die feministischen Ideen bereits erreicht wurden. Die breite Konsumgesellschaft freut sich über einen Einkaufstag der mit Angeboten und Rabatten lockt.
Gerade in Zeiten von Corona ist aber wieder einmal deutlich geworden, wie sehr eine Umdenken von Nöten ist.
Gewalt gegen FLINTA*-Personen, Diskriminierung und patriarchale Strukturen sind im privaten, öffentlichen und politischen Raum omnipräsent. Feminismus steht für die radikale und notwendige Umstrukturierung dieser Strukturen. Um die Ideen weiter Voranzutreiben, benötigt es eine kollektive, geschlossene und länderübergreifende Auflehnung gegen systematische und sich manifestierte Benachteiligungen von FLINTA*-Personen.
Auch dieses Jahr ruft die AG Fem*Streik am 8.März zum Protest am ehemaligen Karlsplatz auf.

Leseempfehlung zu Gewaltbereitschaft auf Demonstrationen

Im folgenden Artikel äussert sich der Historiker Oliver Rathkolb zu Gewaltbereitschaft auf Demonstrationen und den Ergebnissen des Austrian Corona Panel Project, das Umfragen zum Thema Gewaltbereitschaft bei den wöchentlichen Demonstrationen durchgeführt hat.

Außerdem werden aufgrund von durchgeführten Versuchen Möglichkeiten besprochen das Vertrauen an demokratischen Prozessen zu stärken.

https://science.orf.at/stories/3211672

Fundbox – 2020 bis November 2021

Wir sammeln in unserer Fundbox vergessenes und verlorenes.
Gelegentlich erscheinen von allen Exemplaren Bilder.
Wenn du was als deinen Besitz wieder erkennst, dann schreib uns an:

stv.physik@gmail.com

oder komm einfach direkt in unser Büro. Wenn niemand im Büro anzufinden ist, dann frag im Zentrum für Studierende nach Leuten vom Roten Vektor.