{"id":9287,"date":"2019-01-25T09:55:09","date_gmt":"2019-01-25T08:55:09","guid":{"rendered":"https:\/\/physik.nawi.at\/?p=9287"},"modified":"2019-01-25T11:41:35","modified_gmt":"2019-01-25T10:41:35","slug":"wir-haben-noch-12-jahre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/physik.nawi.at\/index.php\/wir-haben-noch-12-jahre\/","title":{"rendered":"Wir haben noch 12 Jahre"},"content":{"rendered":"\n<p>Liebe Mitmenschen,<br><br>Wir, der Rotevektor Physik haben in den Grunds\u00e4tzen unter anderem auch: &#8220;Das gute Leben f\u00fcr alle!&#8221; stehen. Dieses gute Leben f\u00fcr alle umfasst  ein gutes Studium, aber auch den Grundgedanken gemeinsam eine Welt zu schaffen in der alle Menschen gut miteinander leben k\u00f6nnen.<br>Darum rufen wir auch immer wieder zu Demonstrationen auf, wenn wir \u00fcberzeugt sind, dass diese Demonstration f\u00fcr dieses gute Leben f\u00fcr alle ist.<br>Aber nicht nur gegen Politik setzen wir uns zu wehr, wir setzen uns auch daf\u00fcr ein, einen Planet zu schaffen der nicht in wenigen Jahren so ausgebeutet ist, dass die einzige M\u00f6glichkeit auf ein Lebenswertes Leben die Flucht nach Pandora ist.<br><br>Max hat dazu einen sehr guten Text geschrieben, denn wir an dieser Stelle mit euch Teilen m\u00f6chten.<br>Euer RV-Physik:<\/p>\n\n\n\n<p><br><br>Liebe Mitmenschheit, liebe Generation Earth,<br><br>heute seid ihr nicht meine Oma, Freundin oder mein Arbeitskollege \u2013  heute will ich, Max Reisinger, euch als Mitmenschen ansprechen: Zu  allererst, tiefsten Dank, dass es euch gibt und, dass ihr mich zu dem  gemacht habe, was ich heute bin und dass ich das Gl\u00fcck habe da sein zu  d\u00fcrfen, wo ich heute bin.<br><br>Ich habe nur einen Wunsch zu Weihnachten, f\u00fcrs neue Jahr,  wahrscheinlich mein einziger Wunsch f\u00fcr immer.\u00a0 Nehmt euch doch 5  Minuten Zeit, diesen Brief mit offenen Herzen zu lesen und mich zu  h\u00f6ren.<br><br>Ich habe Angst und Sorgen um unsere Zukunft, ja leider schon in  meinem jungen Alter. Ich frage mich ernsthaft, ob ich es noch  verantworten kann Kinder zu bekommen und gro\u00df zu ziehen, da es mit sehr  gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit im Laufe meines Lebens noch ziemlich  ungem\u00fctlich f\u00fcr die gesamte Welt wird. Ich durfte im Laufe der Letzten 3  Jahre erfahren, wie es um den Planeten, und das Leben auf der Welt  steht. Wir befinden uns aktuell im 6. Massenaussterbeereignis in der  Erdgeschichte, das zum ersten Mal wir Menschen verursacht haben, und  verlieren dabei 200 Arten pro Tag. Es war heuer global gemittelt das  w\u00e4rmste Jahr in der Erdgeschichte und es beginnen Prozesse, die  selbstverst\u00e4rkend und nicht mehr umkehrbar sind. Trotzdem haben wir  heuer wieder um 2,7% mehr CO2 in die Atmosph\u00e4re freigesetzt als im  Vorjahr. Menschen beginnen zu fliehen, da erste Inselstaaten versinken  und durch D\u00fcrren gro\u00dfe Landstriche unbewohnbar werden. In Bangladesch  habe ich heuer solche Familien kennen gelernt. Die bevorstehende  Weltkrise ist in allen Bereichen erkennbar, man muss nur hinschauen  wollen. Ich will das, denn ich f\u00fchle (mit ihnen) und wei\u00df, dass ich eine  Verantwortung habe, durch das riesige Gl\u00fcck, dass ich als Gast zu  Besuch auf dieser Erde sein darf, auch mein Bestes zu tun, keinerlei  Leid oder Schaden zu verursachen, auf alles Leben das mich umgibt  aufzupassen und jeden Tag versuche, etwas Gutes zur\u00fcck zu geben. Denn  ich will eines Tages Kinder haben, die auch diese Sch\u00f6nheit des Lebens  entdecken d\u00fcrfen sollen.<br><br>Um die Welt bzw. uns selbst zu retten bzw. noch Einfluss auf k\u00fcnftige  Entwicklungen haben zu k\u00f6nnen, bleiben uns laut Experten noch ca. 12  Jahre. Das ist ein Bruchteil eines Wimpernschlages im Vergleich zu der  Evolution des Menschen. Im Moment fahren wir mit Vollgas auf die Wand  zu. Es ist nicht mehr 5 vor 12, es ist schon deutlich viel sp\u00e4ter. Wir  k\u00f6nnten die erste Spezies sein, die sich selbst (in enormen Tempo)  ausrottet und noch so viel mit uns in den Abgrund rei\u00dft.<br><br>Ich will da nicht dazu geh\u00f6ren. Ich will meinen Kindern nicht die  Frage beantworten m\u00fcssen: \u201eWarum habt ihr damals nichts getan, obwohl  ihr es doch eh wusstet?\u201c \u201eWir sind die erste Generation, die die  Auswirkungen der Klimakrise sp\u00fcren wird und gleichzeitig die letzte, die  etwas dagegen tun kann,\u201c sagte Obama einst. Unsere Handlungen der  letzten Jahrzehnte sind jetzt erst sichtbar und unsere Handlungen von  heute, werden erst in 15-30 Jahren sichtbar sein, obwohl  Wissenschaftler*innen schon eindringlichst warnen vor den Folgen der  Zeichen, die jetzt schon erkennbar sind.<br><br>Doch ich kann meinen Kindern nicht alleine w\u00fcrdige Lebensumst\u00e4nde  erm\u00f6glichen, dazu brauche ich euch alle. Daher mein Wunsch: Ihr habt  jeden Tag aufs Neue die M\u00f6glichkeit Entscheidungen zu treffen, die  unz\u00e4hlige Auswirkungen und Effekte auf der ganzen Welt, auf ganz viele  Mitmenschen und auf zuk\u00fcnftige Generationen haben. Ich bitte euch voller  Hoffnung: Geht in euch, und versucht voller Freude und \u00dcberzeugung, aus  der besagten Verantwortung heraus zu handeln und euch bei jeder  Entscheidung in jedem Lebensbereich zu fragen: \u201eIst das die ges\u00fcndeste  Alternative auch f\u00fcr meine Mitmenschen, oder k\u00f6nnte ich noch etwas  besser machen oder auf etwas verzichten?\u201c Ist die Antwort ja, dann  \u00e4ndere etwas! Ich selbst versuche t\u00e4glich die beste Version meiner  selbst zu sein, die friedvoll, achtsam, wertsch\u00e4tzend, langfristig und  ans gro\u00dfe Ganze denkend, liebend durch den Tag geht. Es ist nicht immer  leicht, doch das ist f\u00fcr mich mein Weg zur Gl\u00fccklichkeit. \u201eBrauche ich  wirklich ein neues Handy, nur weil meins schon 2 Jahre alt ist? Muss ich  das Auto nehmen, dessen Abgase der Radfahrer hinter mir noch voll  inhaliert bevor sie in der Atmosph\u00e4re das Klima erw\u00e4rmen? Muss ich mich  auf eine Art und Weise ern\u00e4hren, die so viel Leid verursacht, aber  selber w\u00fcrde ich es nicht \u00fcbers Herz bringen, mein Schweinchen zu  schlachten oder der Orang-Utan \u2013 Familie ihren Regenwald vor ihren Augen  abzuholzen f\u00fcr meine Sojaplantage? Muss ich soweit weg wie m\u00f6glich in  den Urlaub fliegen, damit ich meinem gestressten Job, den ich nicht  gerne mache, entkomme und mir mit einem Selfie in der unber\u00fchrten Natur,  die ich durch meinen Flug im selben Moment zerst\u00f6re, Best\u00e4tigung in  einer virtuellen Welt holen? Setze ich mich mit Leidenschaft und Energie  in Politik, Vereinen oder meinem Umfeld ein daf\u00fcr, dass sich Dinge  ver\u00e4ndern, und die Welt ein St\u00fcckchen besser wird?\u201c\u2026 Das sind gro\u00dfe  Fragen, deren Antworten nicht immer leicht sind sich einzugestehen\u2026 und  wir sind alle in unserem Radl gefangen.<br><br>Es darf nat\u00fcrlich nicht nur an jeder*m Einzelnen liegen, aber ohne  das, ist kein Systemwandel m\u00f6glich! Individuelle und systemische  Entwicklungen m\u00fcssen Hand in Hand gehen: Nur wenn viele Menschen  \u00fcberzeugt ihr Bestes tun, kann es eine globale Bewegung geben, die mit  der aktuellen Situation nicht mehr kann und neue Formen des Lebens als  Gast auf Erden aufzeigt. Zukunftsf\u00e4hig und langfristig, ganzheitlich  denkend.<br><br>Naiv oder unrealistisch? Nein f\u00fcr mich der einzige Ausweg. \u201eWir  m\u00fcssen beginnen zu glauben, was wir eh schon wissen und sofort danach  handeln und unser Leben neu denken\u201c, sagte eine der inspirierendsten  Begleiterinnen auf meinem Weg.<br><br>Ich w\u00fcnsche mir von euch, dass ihr mich h\u00f6rt, meine Sorgen versucht  zu verstehen und akzeptiert, dass man mir mit keinem Geschenk eine wahre  Freude machen kann, au\u00dfer damit an einem Strang zu ziehen und sein  Bestes zu geben f\u00fcr die Mitmenschen, f\u00fcr andere Lebewesen, f\u00fcr unseren  einzigen Planeten. Beobachtet einen Tag, eine Woche, ein Jahr lang eure  Entscheidungen, reflektiert sie und versucht diejenige zu treffen, die  zu einer sch\u00f6neren Welt f\u00fcr die Allgemeinheit f\u00fchrt. Es ist die tiefste  Form der Freude und Zufriedenheit, nicht nur etwas f\u00fcr sich selbst und  kurzfristig zu schaffen, sondern zu geben und langfristig Dinge zu  bewegen.<br><br>Viele von euch tun bereits ihr Bestes, doch man kann immer noch mehr  geben. Wissen ist heute \u00fcberall vorhanden, M\u00f6glichkeiten gibt es mehr  als je zuvor und eure Hilfe braucht die Zukunft heute mehr, denn je.  Gerne sprecht mit euren Liebsten, Freunden und mir dar\u00fcber, teilt diesen  Brief und helft mir diese Sorgen Schritt f\u00fcr Schritt gemeinsam  abzubauen. Die Erde und alles Leben auf ihr und die zuk\u00fcnftigen  Generationen brauchen euch jetzt \u2013 wir, die Generation Earth, haben noch  12 Jahre.<br><br>DANKE!<br>Max,\u00a0 01.01.19<br><br><br> <em>Ich bin Max, leidenschaftlicher Umwelt- und Klimasch\u00fctzer, Essensretter,  Gemeinschaftsg\u00e4rtner, Ermutiger, und auch euer Mitmensch. Im Moment  k\u00f6nnte ich mir gut vorstellen, einmal in einem Hofkollektiv zu leben,  mit lieben Menschen, viel in der Natur sein und von ihr lernen, von  eigener Permakultur leben, Dinge selber machen, gl\u00fccklich sein und auf  dem Planeten so wenig negative Spuren wie m\u00f6glich hinterlassen. Doch  davor will ich andere Menschen erreichen und ihnen das Sch\u00f6ne an diesem  Traum zeigen, erm\u00f6glichen, dass sie selbst auch mutig ihre Tr\u00e4ume  verfolgen und dabei an das gro\u00dfe Ganze denken, denn es ist glaube ich  h\u00f6chste Zeit.<\/em><br><br>Kontakt:<br> <a href=\"mailto:max.reisinger@students.boku.ac.at\">max.reisinger@students.boku.ac.at<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/max.reisinger.7\">https:\/\/www.facebook.com\/max.reisinger.7<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Mitmenschen, Wir, der Rotevektor Physik haben in den Grunds\u00e4tzen unter anderem auch: &#8220;Das gute Leben f\u00fcr alle!&#8221; stehen. 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